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Sanitäter aus der Klosterstadt Maulbronn zählen zu den Besten Europas

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Dundalk, Irland. Die Sieger des Europäischen Erste-Hilfe-Wettbewerbs kommen aus Italien. Deutschland wird Vierter und wird Sieger der Sonderwertung des Irischen Jugendrotkreuzes.

In Irland fanden am vergangenen Samstag die Europäischen Erste-Hilfe-Meisterschaften FACE 2012 (First Aid Convention in Europe) statt. Es nahmen  22 europäische Rotkreuzgesellschaften teil. Die Gruppen mussten in einem Erste-Hilfe-Parcours im irischem Dundalk in der Praxis beweisen, wie gut sie ausgebildet sind und wie schnell sie helfen können. 

Bei der feierlichen Eröffnung am Freitagabend erklärte der irische Staatsminister Paul Keogh für das Wochenende angesichts hunderter Sanitäter, Dundalk als den sichersten Ort Irlands. Der Wettbewerb startete am Samstagmorgen um 9 Uhr in Dundalk, dass rund 80 Kilometer nördlich von Dublin unmittelbar nahe der nordirischen Grenze gelegen ist. Erst nach zehn Stunden Hochspannung fand der Leistungsvergleich sein Ende. In dem beschaulichen Ort mit rund 31.000 Einwohner  mussten die teilnehmenden Teams 24 Wettbewerbsstationen absolvieren. An den Start gingen Freiwillige des Roten Kreuzes aus fast ganz Europa. Das Deutsche Rote Kreuz wurde vom DRK Ortsverein Maulbronn, dem Bundessieger 2011, vertreten.

In realistisch gestalteten Stationen mussten die Teilnehmer vor den Augen von internationalen Juroren ihre Erste-Hilfe-Fähigkeiten unter Beweis stellen. So galt es bei einer seit Tagen währenden Geiselnahme die Not der Opfer im Rahmen einer humanitären Hilfsaktion und eines Gefangenenaustausches zu lindern. Terroristen überwachten unter ihren Sturmhauben vermummt und ihren Maschinengewehren im Anschlag dabei argwöhnisch die Hilfemaßnahmen der Rotkreuzler. Bei einem weiteren Notfallszenario wurde einer jungen Frau die rechte Hand amputiert, als diese in einen Häcksler geriet. Sie musste betreut und fachgerecht versorgt. Dies übernahm Thomas Haalboom vom Maulbronner DRK: „Da die Verletzte noch im Häcksler eingeklemmt war und ich deshalb auf technische Hilfe warten musste,  konzentrierte ich mich auf die Versorgung des Amputates und der psychologischen Betreuung der Verunfallten.“ Bei einem noch in den Seilen hängenden, abgestürzten Bergsteiger durften die Maulbronner Sanitäter dann keine Höhenangst zeigen. Musste sich doch einer von Ihnen aus mehreren Metern zum Unfallopfer abseilen lassen und in der Höhe behandeln. Freiwillig für diese Herausforderung meldete sich Jens Breining aus Ölbronn. Er meinte: „Dies war eine völlig ungewohnte und unerwartete Situation. Ich bin aber damit sehr gut klar gekommen und bin mit meiner Leistung zufrieden“. Viele weitere sehr realistisch inszenierte Notfälle stellten große Herausforderungen an die teilnehmenden Rotkreuz-Helfer dar. 

In den Wettbewerb integriert war eine Sonderwertung des Irischen Jugendrotkreuzes. Hier war das Wissen der  Wettbewerbsgruppen über Irland, über die Internationale Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung und das Leistungsvermögen in Geschicklichkeits- und Sportaufgaben gefragt. Die Maulbronner Rotkreuzler konnten sich in dieser Wertung erfolgreich gegen die anderen Teilnehmer durchsetzen und gingen als Sieger daraus hervor. 

 

In einer weiteren Sonderwertung wurde zur Aufgabe gestellt, eine Triage von Verletzten durchzuführen. Das Wort „Triage“ steht dabei für die Sichtung von Patienten bei einem Massenanfall von Verletzten. Da in einem solchen Fall sowohl Material wie auch Helfer nicht im ausreichenden Maß vorhanden sind, gilt es zu entscheiden, wer vorrangig behandelt wird.

 

Die Bekanntgabe der Siegerehrung des Erste-Hilfe-Wettbewerbs um Mitternacht war spannungsgeladen. Martina Eckert aus Sternenfels kommentierte die Bekanntgabe mit den Worten „Die Spannung war kaum auszuhalten. Da die Platzierungen von hinten beginnend bekannt gegeben wurden, stieg unsere Anspannung von Platz zu Platz. Über den vierten Platz freue ich mich sehr.“

 

Ebenfalls sehr zufrieden zeigten sich die anderen Mitglieder des Wettbewerbsteams.

Neben den Maulbronner Routiniers Markus Mannuss, Thomas und Wolfgang Haalboom nahmen zum ersten Mal Martina Eckert, Jens Breining sowie Oliver Henne-Wezel aus Zaisersweiher teil. Für den Leiter des Teams, Wolfgang Haalboom, war das Ergebnis hervorragend: „Unser Ziel, einen einstelligen Platz zu erreichen, haben wir geschafft. Wir dachten dabei aber eher an Platz 8 oder 9. Jetzt aber bei den Besten in Europa zu sein, ist einfach klasse.“. Dies sieht auch sein Bruder Thomas, Vorsitzender des Maulbronner Roten Kreuzes so: „Dieses Ergebnis bestätigt die sehr gute Arbeit in unserem Ortsverein“.  Markus Mannuss ergänzt: „Neben diesem herausragenden Erfolg hat für uns alle die internationale Begegnung mit anderen Rotkreuzfreiwilligen einen ganz besonderen Eindruck hinterlassen.

 

Zu den ersten Gratulanten der Maulbronner zählte Clemens Graf von Waldburg-Zeil, Generalsekretär des Deutschen Roten Kreuzes, der aus Berlin nach Irland anreiste. 

 

Das offizielle Ergebnis:

 

1. Italien I

2. Österreich

3. Armenien

4. Deutschland

5. Norwegen

6. Großbritannien

7. Bulgarien

8. Rumänien

9. Slowenien

10. Belgien

11. Italien II

12. Montenegro

13. Slowakei

14. Finnland

15. Niederlande

16. Polen

17. Schweiz

18. Frankreich

19. Ungarn

20. Lettland

21. Russland

22. Serbien (disqualifiziert)

Team 2007, Irland
Wettbewerbsaufgabe 2004,Österreich